Geschichte des Bezirksverbandes Chiemgau

Im Jahresbericht des DVS für das Jahr 1956 dokumentierte der damalige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des LV-Bayern, Prof. Dr. Lothar Wolff die Gründung des "Ortsverbandes" Chiemgau wie folgt:
"Die Gründung eines Ortsverbandes mit der Bezeichnung "OV-Chiemgau" hat am 17.05.1956 in Traunstein stattgefunden; der Ortsverband befindet sich jedoch noch im Aufbau. Eine stärkere Erschließung des Südens von Bayern wird zunächst über den Einsatz von Schweißerlehrgängen erwartet. Gegebenenfalls kann hier die Errichtung einer Kursstätte ins Auge gefasst werden".
Wer von den damals im Liedertafelzimmer des Hofbräuhauses Traunstein anwesenden 15 Gründungsmitgliedern hätte je an den Aufschwung des im Okt.1976 in Bezirksverband Chiemgau umbenannten Ortsverband geglaubt, der in den folgenden 45 Jahren den "BV Chiemgau" zu einem Begriff werden ließ.

Von Anfang an waren die Aktivitäten auf zwei Ziele gerichtet: 

  • Verbreitung der Schweißtechnik durch Vorträge und Experimentalvorträge

  • Errichtung einer Kursstätte zur Schweißerausbildung

Die erste Zielsetzung wurde mit dem 1.Vortrag am 24.10.1956 in Altötting von DI Pfeiffer - BEFA mit dem Thema "Das Richten mit der Flamme" vor 140 Zuhörern aufgenommen; bis zum Jahr 2001 haben über 1300 Zuhörer die Vortragsveranstaltungen des BV Chiemgau besucht.

Die Verwirklichung der 2. Zielsetzung, die Errichtung einer Kursstätte in Traunstein, gestaltete sich in der Folge wesentlich schwieriger, obwohl bereits am 15.8.1957 die Fa. Siemens einen Schweißumformer stiftete. Zahllose Schriftwechsel und Bittgesuche, Pläne, Besprechungen und Besichtigungen waren mit DVS Hauptverband Düsseldorf , Landesverband Bayern, Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft und Verbandsberufsschule Traunstein erforderlich, bis die geeigneten Räumlichkeiten in der heutigen kaufmännischen Berufsschule Traunstein genehmigt waren und die Kursstätte am 8.10.1964 mit dem ersten Einführungslehrgang im Gasschweißen in Betrieb gehen konnte. Die Finanzierung der Kursstätteneinrichtung erfolgte mit spärlichen Eigenmitteln des BV, vorwiegend durch Geld- und Sachspenden der Handwerkskammer Obb., der DVS Hauptgeschäftsstelle, sowie den Firmen SKW Trostberg, Siemens Traunreut, Linde und Wacker Chemie. Im Nachhinein kann festgestellt werden, dass ohne das persönliche Engagement und ohne die Sparsamkeit langjährig ehrenamtlich tätiger Vorstandsmitglieder der Aufschwung und Fortbestand der DVS Kursstätte Traunstein nicht möglich gewesen wäre. Die SK Traunstein wurde im Okt.1989 in das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Traunstein der Handwerkskammer Obb. als DVS anerkannte Kursstätte überführt.

Gründung weiterer Kursstätten:

  • SK Burghausen, Abnahme am 26.9.1973. Die SK ist seit 1973 im BBiW Burghausen (Wacker Chemie) als DVS anerkannte SK eingegliedert.

  • SK Laufen, Abnahme am 23.3.1978, sie ist eine vom DVS anerkannte SK und dient ausschließlich der Resozialisierung strafgefangener Jugendlicher

Schweißtechnischer Erfahrungsaustausch: Am 22.7.1976 fand erstmals ein "Schweißtechnischer Erfahrungsaustausch" für die Handwerkerschaft in Burghausen mit 15 Teilnehmern statt, weitere Veranstaltungen dieser Art folgten.

Arbeitskreis Schweißkonstruktion: Die Gründung diese Arbeitskreises wurde vom erweiterten BV-Vorstand am 20.3.1979 in Laufen beschlossen, seit 2000 wird alljährlich ein Vortrag dieses Themenkreise abgehalten.

Gesellschaftliche Veranstaltungen:

Jugend schweißt: Bei allen Wettbewerben haben junge Schweißer aus dem BV Chiemgau erfolgreich teilgenommen - Sieger im Landes- und vordere Platzierungen im Bundeswettbewerb.

Jubilarfeier: Für die Jubilare und die ehrenamtlich aktiven Mitglieder wird alljährlich eine "Jubilarfeier" durchgeführt, die sehr großen Anklang gefunden hat. Diese Veranstaltung ist ein Dank an die Ehrenamtlichen und dient auch zur Festigung der persönlichen Verbindungen.

Kontakte: Seit Nov.1979, als wir den Geschäftführer der Österr. Gesellschaft für Schweißtechnik Wien Richard Marek und Prof. Schmidt Saalfelden zu einer Ausschusssitzung in Neuötting begrüßen konnten, bestehen enge und freundschaftliche Kontakte zur ÖGS, die ihren Niederschlag im grenznahen Raum zu gegenseitigen Einladungen zu den Veranstaltungen geführt haben.

Die künftigen Aufgaben sehen wir vor allem in der Weiterführung der Ausbildung - Schweißlehrgänge und Vorträge - , der Förderung des Wettbewerbes Jugend schweißt und der Förderung der Mitgliederzahlen, um Kontakte und schweißtechnisches Know-How jedem Interessierten übermitteln zu können.