| Abstract: |
Neue Kraftwerkskonzepte mit erhöhten Betriebstemperaturen und -drücken sollen künftig gesteigerte Wirkungsgrade ermöglichen. Auch neue Werkstoffkonzepte sind hierfür nötig, die besondere Anforderungen an die Fertigung, Auslegung, Weiterverarbeitung und Prüfung stellen. Einen wesentlichen Einfluss auf die Betriebstauglichkeit von Komponenten hat die schweißtechnische Verarbeitung.
Für die neuen Werkstoffe gibt es bisher keine verlässlichen Zeitstandwerte über einen länge-ren Betriebszeitraum ? das gilt insbesondere für die zum Einsatz kommenden Schweißzu-sätze. Hinsichtlich des Designs ist zu klären, mit welchen Auslegungskennwerten z. B. Schweißungen zu bewerten sind. Hier sind Abminderungsfaktoren zu berücksichtigen, da die Schweißungen einen höheren Lebensdauerabfall erwarten lassen. Eine Gleichwertigkeit bei den Festigkeitskennwerten von Schweißgut und dem Grundwerkstoff kann nicht mehr ange-setzt werden. Hinzu kommt, dass die Temperaturspannbreiten in den entsprechenden Re-gelwerken nicht optimal für die Schweißausführung im Rahmen der neuen Werkstoffkonzep-te sind.
Die in den Regelwerken genannten Temperaturspannen bedeuten für den Lieferanten von z. B. Rohren einen Fertigungsspielraum hinsichtlich der notwendigen Anlasstemperaturen der jeweiligen Werkstoffe. Somit ergibt sich ein Fertigungsvorteil. Für den Weiterverabeiter wer-den bei der notwendigen Wärmenachbehandlungen der ausgeführten Schweißnähte die Temperaturspannbreiten jedoch sehr eng und liegen im oberen Bereich der angegebenen Anlasstemperaturen.
Dieses führt insbesondere bei Verfahrensprüfungen zu Diskussionen, da z. B. die Kerb-schlagwerte nicht immer erreicht werden. Angaben wie ?die Wärmenachbehandlung muss dann in einem Toleranzbereich von +/- 5 °C? gefahren werden, ist für die Weiterverarbeiter nicht zielführend. Bei Verfahrensprüfungen lässt sich dies sicherlich umsetzen; aber wie sieht es unter Baustellenbedingungen aus?
In der Praxis ist zu klären:
? Welche Designkonzepte und Fertigungstechnologien erfordert die Ausführung von Schweißnähten? ? Wie sind die Anforderungen an Qualitätsmanagement und Abnahmen? ? Welchen Einfluss hat dies auf den Betrieb (Veränderun-gen/Zusatzlasten/Lebenszyklus)? ? Welche betrieblichen Überwachungsmöglichkeiten gibt es? ? Welche Prüfkonzepte sind bei wiederkehrenden Prüfungen für ein optimales Lebens-dauer-Management nötig? ? Welche Prüftechniken können eingesetzt werden?
Referent:
Hans Christian Schröder, Leiter Kraftwerks- und Anlagenservice / Branchenmanager Kraftwerke bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH
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